Portrait: Sabine Hanke-Seitz

 

geboren am 26.09.1974

 

 

 

   

 

 

 

Strubbelliese:

Hallo Sabine, du hast ja fast so strubbelige Haare wie ich. Das kommt sicher auch daher, weil du so viel draußen in der Natur bist  ...

 

Sabine:

Hm, ja Strubbelliese, das könnte schon sein, manchmal laufe ich mit genauso wilden Haaren im Kindergarten herum wie du. Das macht wohl die gute, feuchte Luft im Wald :-)

 

Strubbelliese:

Seit wann bist du denn schon im Waldkindergarten?

 

Sabine:

Also, ich habe gleich nach der Schule die Ausbildung zur Erzieherin gemacht und war dann in ganz verschiedenen Einrichtungen „tätig“. Ein Kindergarten war bisher nicht dabei.

Bei euch im Waldkindergarten habe ich 2013 angefangen, damals aber nur für ein paar Stunden um das Team zu unterstützen. Seit 2016 habe ich eine ganze halbe Stelle und kann jeden Tag dabei sein, wenn es morgens los geht in den Wald.

Ich wusste anfangs nicht, was mich erwartet ... was die Kinder den ganzen Tag so im Wald machen ... und ich muss sagen, die Ruhe, die Weite und die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder, die Konzentration auf das Wesentliche gefallen mir sehr gut!

 

Strubbelliese:

... und Zuhause, hast du da auch selber Kinder?

 

Sabine:

Ja klar ... 2 ganz tolle Mädels!

Meine Tochter Ronja ist schon groß. Sie wurde 1996 geboren, hat die Schule schon hinter sich und macht jetzt eine Ausbildung zur Goldschmiedin in Schärding.

Und die kleine, die kennst du doch Strubbelliese! Das ist die Elisabeth von den Waldkindern! Sie ist 2011 geboren und hält mich zuhause ganz schön auf Trapp, wenn wir vom Kindergarten heimkommen.

 

Strubbelliese:

Was bedeutet für dich als Erzieherin „Erziehung“?

 

Sabine:

Ehrlich gesagt gefällt mir das Wort „Erziehung“ gar nicht so gut. Ich nenne es lieber „Begleitung“.

Ich möchte die Kinder ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten und sie dabei unterstützen, selbst-bewusste, selbständige, freie, empathische, glückliche Kinder zu werden. Kinder, die sich etwas zutrauen, die mutig sind und schwach sein dürfen, die lachen können und weinen, die sich wehren – sich selbst behaupten können und andere trösten, die eigene Ideen haben und die Freude daran, diese zu verwirklichen.

 

Außerdem liebe ich es, irgendetwas zu werkeln und zu bauen, die Vielfalt der Natur zu nützen um mit all den Schätzen, die uns gegeben werden, etwas zu gestalten. Und wenn dann die Kinder kommen und mitmachen, dann bin glücklich! Und am schönsten ist es immer, wenn mich die Kinder bei ihren kreativen Ideen mitmachen lassen!